• Nutrition

Die klinische Ernährung - ein kurzer Überblick

Ein Patient muss enteral ernährt werden, wenn er nicht essen kann, will oder darf

Enteral ernährt heisst über den Magen-Darm-Trakt ernährt zu werden. Dies kann einerseits eine übliche orale Ernährung mit Ergänzung durch Trinknahrungen (z.B. Ensure® Plus Advance) oder eine Ernährung per Sonde (z.B. Jevity®) sein.

Sind alle Nährstoffe enthalten?

Trink- wie auch Sondennahrung können voll- oder teilbilanziert sein. Bei einer vollbilanzierten Ernährung sind alle essentiellen Nährstoffe enthalten und sie kann daher über einen längeren Zeitraum verabreicht werden. Eine teilbilanzierte Ernährung enthält nicht alle essentiellen Nährstoffe und ist daher nur ergänzend oder über eine befristete Zeitdauer geeignet.

Verabreichung der Produkte

Die Zufuhr der Trinknahrung erfolgt oral. Die Sondennahrung über Sonden, die im Magen, Duodenum oder Jejunum liegen.

Eine kontinuierliche Verabreichung mittels Ernährungspumpe ist oft günstiger als eine intermittierende Bolusgabe. Je tiefer die Sonde im Magen-Darmtrakt liegt, desto gleichmässiger muss die Zufuhr der Nährlösung sein.

Ernährung nach einem Eingriff

Entgegen früherer Auffassung findet sich nach abdominellen Eingriffen keine mehrere Tage andauernde Atonie des gesamten Gastrointestinaltrakts, sondern lediglich eine Entleerungsstörung des Magens währen 1 – 2 Tage sowie eine 2-4 Tage dauernde Dickdarmatonie.

Der Dünndarm ist voll funktionsfähig, sodass bereits am ersten postoperativen Tag über das Jejunum gefahrlos ernährt werden kann.

Mangelernährung und die Folgen

Eine wichtige Voraussetzung für die exakte Dosierung von Energie und Nährstoffen ist die Erfassung des Ernährungszustandes.

Häufig sind zu Beginn der klinischen Ernährung Defizite auszugleichen. In etwa 30-50% der Fälle muss bei hospitalisierten Patienten mit einer Mangelernährung gerechnet werden.

Werden diese Defizite nicht ausgeglichen, so können durch Mangelernährung bedingte Komplikationen wie erhöhte Infektanfälligkeit, gestörte Wundheilung usw. den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.